CFO – Chief Financial Officer
Da gibt es keinen einzelnen, entscheidenden Moment. Vielmehr ist es ein Prozess, der von verschiedenen Unternehmern und Aktivitäten mit unterschiedlichen Anforderungen geprägt ist. Allen gemeinsam ist die Erfahrung, dass finanzielle Unabhängigkeit eine wichtige Voraussetzung für unternehmerisches Handeln ist. Das heißt insbesondere, dass operative Entscheidungen nicht kurzfristig durch finanzielle Zwänge eingeschränkt werden dürfen. Wir müssen in der Lage sein, das wirtschaftlich Richtige zu tun. Mittel- und langfristig gilt das auch für strategische Entscheidungen. Umgekehrt bedeutet es aber auch, dass finanzielle Unabhängigkeit nicht zu leichtfertigen Entscheidungen führen darf. Nur weil etwas machbar ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass es auch das Richtige ist.
„Es mag zwar mein Unternehmen sein, aber das sind die Ziele, die wir uns gesetzt haben und die wir erreichen wollen.“
Eine Strategie zielt darauf ab, eine angestrebte Vision zu verwirklichen, muss aber gleichzeitig sicherstellen, dass allen praktischen Erfordernissen Rechnung getragen wird. Oft genug bestimmt die Realität, was kurzfristig möglich oder notwendig ist. Man muss daher die nötigen Schritte zur Erreichung des strategischen Ziels prüfen. Dabei kann sich herausstellen, dass ein längerer Weg zum Ziel nötig ist, ein anderer Weg gewählt oder das Ziel selbst angepasst werden muss. Eine Strategie ist somit ein auf der Realität basierendes, erreichbares Ziel und kein Dogma, das die Realität ignoriert.
Bei der Entscheidungsfindung gibt es nie nur eine gute und eine schlechte Option. Man muss zahlreiche Variablen und mögliche Veränderungen berücksichtigen, die zwischen dem Zeitpunkt der Entscheidung und deren Wirksamwerden auftreten können. Ein wichtiges Instrument hierfür sind Szenarien, die veranschaulichen, wie sich Änderungen von Einflussfaktoren auf das Ergebnis einer Entscheidung auswirken. So lässt sich erkennen, wie sich das Resultat verbessert oder verschlechtert, wenn unterschiedliche Annahmen für einzelne Einflussfaktoren zugrunde gelegt werden. Daraus lässt sich ableiten, welche Faktoren entscheidend sind und welche eine untergeordnete Rolle spielen. Das ist äußerst hilfreich, um sich sowohl bei der Entscheidungsfindung als auch bei der anschließenden Umsetzung auf die wesentlichen Faktoren konzentrieren zu können. Außerdem ermöglicht dieses Vorgehen eine Einschätzung der Risiken, die bestimmte Entscheidungen mit sich bringen. Bei der Szenario-Planung geht es folglich nicht nur um die Entscheidung an sich, sondern auch um die Bewertung und das Management von Risiken.
Mut bedeutet, entschlossen zu handeln, um langfristige finanzielle Ziele zu sichern – ungeachtet von Angst, Ungewissheit oder dem Druck, opportunistisch zu agieren. Es geht darum, diese Faktoren zu akzeptieren und sich bewusst für die Umsetzung eines durchdachten Plans zu entscheiden, anstatt emotionalen, kurzfristigen Reaktionen nachzugeben. Dazu gehört, auch in volatilen Phasen am Plan festzuhalten und die natürliche Abneigung gegen kurzfristige Verluste zu überwinden; es geht um die Verfolgung eines langfristigen Ziels, um fundierte Risikobereitschaft auf der Basis sorgfältiger Prüfungen (Due Diligence) und – nicht zuletzt – um die Anerkennung der (finanziellen) Realität.